Statement



Der Beginn meiner Videoperformances, 2005, lässt sich rückblickend als Reaktion auf die expandierende Virtualisierung des Sozialen verstehen. In der Folge entstanden unter „Maskierung“ im weitesten Sinne, via ästhetischer Strategien unterschiedliche Medium/Form-Relationen zwischen Verbergen und performativem Ausfüllen.

Das gilt auch für jene Arbeiten, in denen neben diversen kunstimmanenten Topoi, die Malerei als Dispositiv im Dispositiv der Kunst verhandelt wird. In einer zunehmend kognitionswissenschaftlich erschlossenen Welt können Artikulationen der Kunst nur mit einem hohen Maß an Überraschungs- und Unbestimmtheitswahrscheinlichkeiten realisiert werden. Eine ihrer Funktionen ist „die Bereitstellung eines Potenzials der Selbstbeobachtung, das jederzeit durch Zwecksetzungen sowohl maskiert als auch angewandt genutzt werden kann“ (Dirk Baecker 2007).

Im Zeitalter des „Überwachungskapitalismus“ (Shoshana Zuboff 2018), wo auf neuen Märkten die Menschen Lieferanten von Verhaltensdaten bzw. Quelle eines kostenlosen Rohstoffs sind, ist „jede und jeder, ob gewollt oder nicht, Performancekünstler und Netzpublizist – und sei es nur durchs Überweisen seiner Miete“ (Florian Cramer 2015).